Der Preis des Widerstands

Ein Film von Götz Schauder mit Aram Radomski und Gert Neumann

Ab 26. November 2026 im Kino

Der Film

Die Geschichte

Die heimlich im Auftrag des Westfernsehens gedrehten Bilder von Aram Radomski von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gingen um die Welt. Vier Wochen später fiel die Berliner Mauer. Für viele ist er ein Held – für seinen Vater, den Schriftsteller Gert Neumann, bis heute ein „Agent des Westens“.

Der Konflikt reicht über drei Generationen. Während Gert aus der widersprüchlichen Biografie seiner Mutter – von der NS-Anhängerin zur DDR-Autorin – einen radikalen künstlerischen Widerstand entwickelt und dafür seine Familie verlässt, erlebt sein Sohn genau diesen Schritt als Verrat. Bis heute stehen sich beide mit unvereinbaren Deutungen gegenüber.

Der Film bringt Vater und Sohn, die keinen Kontakt mehr haben, aus der Distanz in einen Dialog. In Videobotschaften und Bildern reagieren sie aufeinander und öffnen einen Raum, in dem Erinnerung, Verletzung und Widerstand neu sichtbar werden. Ein intimes Porträt über eine Familie, in der deutsche Geschichte bis in die Gegenwart fortwirkt.

Dokumentarfilm 93 Min. Deutschland 2026 FSK 0 pifflmedien.de
DER PREIS DES WIDERSTANDS – Filmplakat: Aram Radomski und Gert Neumann auf einer Bank am See

Vater und Sohn

Aram Radomski mit Schirmmütze und Brille

Der Sohn

Aram Radomski

* 1963 in Neubrandenburg

Aram Radomski ist Sohn von Gert Neumann und Monika Radomski. Er wächst mit zwei jüngeren Geschwistern bei seiner alleinerziehenden Mutter in Groß Nemerow auf, wird zum Traktoristen ausgebildet und kommt früh mit Fotografie und Schmalfilm in Berührung. Mit 16 wird er von der Staatssicherheit angesprochen, Informationen über seinen Vater zu liefern – er lehnt ab. 1982 gerät er als 19-Jähriger in Haft, wird misshandelt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, im Jugendgefängnis Zeithain zur Zwangsarbeit eingesetzt.

Nach der Entlassung lebt er in der Künstler- und Bohèmeszene des Prenzlauer Bergs, fotografiert und betreibt eine Reprowerkstatt für oppositionelle Gruppen. Ab 1987 arbeitet er heimlich für das Westfernsehen (u. a. Kontraste, Kennzeichen D) und dokumentiert Missstände in der DDR. Seine Aufnahmen der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 gehen um die Welt.

Nach der Wende wird er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bambi (2009) und dem Bundesverdienstkreuz (2018). Heute lebt er in Berlin als Fotograf und Designer.

Gert Neumann im Profil

Der Vater

Gert Neumann

* 1942 in Heilsberg, Ostpreußen

Sohn der Schriftstellerin Margarete Neumann, Vater des Underground-Filmers Aram Radomski.

Gert Neumann wächst im Berliner Umland auf und wird zunächst zum Traktoristen ausgebildet. Anfang der 1960er Jahre zieht er mit seiner Jugendliebe Monika Radomski nach Neubrandenburg, arbeitet als Schlosser und beginnt zu schreiben – unter anderem im von seiner Mutter geleiteten „Arbeitskreis Junger Autoren“.

1967 geht er als Vater von drei Kindern zum Literaturstudium nach Leipzig. Nach Solidarität mit den Prager Studentenprotesten wird er 1969 exmatrikuliert und trennt sich von seiner Familie.

Bis zum Ende der DDR steht er unter Beobachtung der Staatssicherheit, arbeitet als Schlosser und erhält keine Druckzulassung. Dennoch veröffentlicht er ab Ende der 1970er Jahre im Westen, u. a. Die Schuld der Worte (1979), Elf Uhr (1981) und Die Klandestinität der Kesselreiniger (1988).

Für seinen Roman Anschlag erhält er 1999 den Uwe-Johnson-Preis.

Eindrücke

Drei Männer auf einer weiten, gemähten Wiese am Waldrand, einer stützt sich auf einen Stock
Gert Neumann und Aram Radomski auf einem Waldweg im Herbst, der Vater erklärt mit ausgebreiteten Händen
Gert Neumann sitzt im Profil in einem Korbsessel und blickt aus dem Bild
Aram Radomski mit Schirmmütze und Brille vor einem Regal voller Papierstapel
Aram Radomski und eine junge Frau sitzen nachdenklich an einem Gartentisch über Unterlagen

Fotos: © S.U.M.O. Film

Tickets & Termine

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Mitwirkende & Stab

Gert Neumann

Aram Radomski

Stefan Neumann

Anne Müller

Angelika Neumann

Monika Radomski

Dorothee Rätsch

Andreas Rost

Karin Schulz

Regie

Götz Schauder

Drehbuch

Götz Schauder
Hubertus Siegert

Bildgestaltung

Marcus Winterbauer

Montage

Götz Schauder

Musik

Thomas Mehlhorn

Sound Design

Gavin Köster

Tonmischung

Jörg Höhne

Produktion

Hubertus Siegert
Tuki Jencquel

Koproduktion

Götz Schauder
Kerstin Reich
Caroline Büchele
Mathias Schwerbrock
Ernst-Jürgen Kirchertz

Redaktion

Katya Mader

Herstellungsleitung

Jörg Schmidt

Produktionsassistenz

Lilli Berger

Produktionsfirma

S.U.M.O. Film
in Koproduktion mit ZDF / 3sat

Verleih

Piffl Medien

Ab 26. November 2026 im Kino

Tickets & Termine
Piffl Medien präsentiert eine S.U.M.O. Film Produktion in Koproduktion mit ZDF/3sat. Ein Film von Götz Schauder: „Vater, Sohn und der Preis des Widerstands“ mit Gert Neumann und Aram Radomski. Gefördert von MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Deutscher Filmförderfonds, MV Filmförderung und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Buch: Götz Schauder, Hubertus Siegert. Kamera: Marcus Winterbauer. Schnitt: Götz Schauder. Musik: Thomas Mehlhorn. Mischung: Jörg Höhne. Redaktion: Katya Mader. Produktion: Hubertus Siegert, Tuki Jencquel. Regie: Götz Schauder. Logos der beteiligten Firmen und Förderer: S.U.M.O. Film, ZDF, 3sat, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Deutscher Filmförderfonds des BKM, MV Filmförderung, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Piffl Medien.