Der Sohn
Aram Radomski
* 1963 in Neubrandenburg
Aram Radomski ist Sohn von Gert Neumann und Monika Radomski. Er wächst mit zwei jüngeren Geschwistern bei seiner alleinerziehenden Mutter in Groß Nemerow auf, wird zum Traktoristen ausgebildet und kommt früh mit Fotografie und Schmalfilm in Berührung. Mit 16 wird er von der Staatssicherheit angesprochen, Informationen über seinen Vater zu liefern – er lehnt ab. 1982 gerät er als 19-Jähriger in Haft, wird misshandelt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, im Jugendgefängnis Zeithain zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Nach der Entlassung lebt er in der Künstler- und Bohèmeszene des Prenzlauer Bergs, fotografiert und betreibt eine Reprowerkstatt für oppositionelle Gruppen. Ab 1987 arbeitet er heimlich für das Westfernsehen (u. a. Kontraste, Kennzeichen D) und dokumentiert Missstände in der DDR. Seine Aufnahmen der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 gehen um die Welt.
Nach der Wende wird er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bambi (2009) und dem Bundesverdienstkreuz (2018). Heute lebt er in Berlin als Fotograf und Designer.




